Christine Lagarde, momentan noch französische Wirtschafts- und Finanzministerin, wird neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Damit tritt sie die Nachfolge ihres Landsmanns Dominique Strauss-Kahn an, der sein Amt wegen Vergewaltigungsvorwürfen aufgeben musste. Eigentlich ist Lagarde Juristin und wurde 2009 vom Forbes-Magazine auf Platz 17 der mächtigsten Frauen der Welt gesetzt. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise bewies Lagarde, dass sie mit solchen Dingen umgehen kann und auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Das macht sie zu einer durchaus geeigneten IWF-Geschäftsführerin. Die Franzosen freuen sich, auch nach Strauss-Kahn weiterhin die Zügel in der Hand zu halten. Die Amerikaner sind ebenfalls zufrieden : Traditionell steht an der Spitze der Weltbank immer ein Amerikaner, an der Spitze des IWF immer ein Europäer. Gleichgewicht gewahrt, ein Erfolg für alle. Das Nachsehen haben mal wieder Schwellenländer wie Mexiko (nominierte einen eigenen Kandidaten), aber auch aufstrebende Mächte wie die Türkei oder China, die seit Jahren um mehr Einfluss kämpfen. Letztendlich setzt sich immer wieder die Allianz aus Europäern und Amerikanern durch – und die Frage bleibt, ob fähige Kandidaten z.B. aus der Türkei überhaupt in Betracht gezogen werden. Ein schwacher Trost : Mit Christine Lagarde wird zum ersten Mal in der Geschichte des IWF eine Frau die Institution leiten.


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