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Thomas Friedrich : „Europa fehlt in der Erziehung und Bildung !“

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Thomas A. Friedrich arbeitet seit 15 Jahren als wissenschaftlicher Korrespondent für die Gruppe Springer Science & Business Media (verlegt unter anderem Die Welt) in Brüssel. Gespräch anlässlich der Eröffnung des von ihm geleiteten Press Club Brussels Europe.


Sie sind seit 15 Jahren Journalist in Brüssel. Ist Ihnen eine Entwicklung in der Berichterstattung über europäische Themen durch die Journalisten aufgefallen ?

Ganz offensichtlich. Drei Schlüsselereignisse haben den europäischen Journalismus in Brüssel vorangetrieben : der Absturz der Santer-Komission 1999, die Erweiterung der Europäischen Union 2004 und die Einführung des Euros. Wegen dieser Ereignisse haben die Redaktionen mehr Korrespondenten geschickt und die Berichte über europäische Themen haben zugenommen. Bis 2008 konnte man über 1200 Journalisten aus mehr als 70 verschiedenen Staaten zählen (aus den EU-Ländern, aber auch aus Russland, China, Korea, Indien…). Ab 2008 fing die Zahl der Korrespondenten an zu sinken. Heutzutage liegt sie bei 1100.

Wer oder was ist an dieser Erosion Schuld ?

Hauptsächlich die Wirtschaftskrise und die Pressekrise. Ab 2008 sind die Werbeanzeigen gewaltig geschrumpft. Die Redaktionen haben sich dazu entschieden, die Korrespondentenstelle in Brüssel abzuschaffen. Immerhin nimmt die Korrespondentenanzahl seit 2011 nicht mehr ab und bleibt stabil.

Wie hat sich die Geisteshaltung der europäischen Journalisten innerhalb der letzten zwanzig Jahren entwickelt ?

Seit der Erweiterung ist die europäische Familie vielseitiger. Der Standpunkt der Journalisten aus Ost-Europa unterscheidet sich sehr von dem der Journalisten aus den Gründerstaaten. Außerdem hat sich die Umwelt verändert. Das Projekt des Press Club Brussels Europe ist es eben genau, die europäischen sowie die belgischen Journalisten einander näher zu bringen.

Welche Maßnahmen sind geplant ?

Wir wollen uns selber organisieren, unsere eigenen Debatten, unsere eigenen Pressekonferenzen haben. Als Vorbild gilt für uns die Bundespressekonferenz in Deutschland, die seit 1949 existiert, wo die Journalisten in Berlin dreimal pro Woche Sprecher der Ministerien einladen, um in einem unmittelbaren und weniger gezwungenen Rahmen zu sprechen. Ebenso muss man in Brüssel die Denkweise der Sprecher voranbringen.

Wie ?

Der aktuelle Fall des Verteidigungsministers Freiherr zu Guttenberg zeigt die entscheidende Rolle der Journalisten der Bundespressekonferenz, die den Sprecher Angela Merkels boykottiert haben, weil er nicht rechtzeitig Information über diese Angelegenheit geliefert hatte. Eines Tages erwarte ich hier eine solche Demonstration von Solidarität der Korrespondenten während eines Midday briefings, gegenüber der Europäischen Kommission. Unser Ziel ist es nicht, das Verhalten der Sprecher zu ändern, aber es muss möglich sein, aus dem sehr formalen Rahmen des Midday briefings auszutreten, wo die Sprecher lediglich ihre ‚Punkte-die-erwähnt-werden-sollen’-Liste runterleiern. Der Rahmen des Press Club Brussels Europe in Brüssel wird ganz anders sein. Hier werden die Themen sowie die Tagesordnung von den Journalisten beschlossen. Wir werden Themen wählen, die sowohl Journalisten als auch Leser interessieren. Unser Ansatz wird sein, keinen institutionellen Standpunkt durchzusetzen, sondern mehrere verschiedene Perspektiven zusammenzubringen. Auf diese Weise könnten wir zum Thema europäische Klimapolitik einen Industrievertreter, einen Wissenschaftler, den Unterhändler der Europäischen Kommission für Klimakonferenzen und den Präsidenten des Umweltausschusses im Europäischen Parlament einladen.

Wie kann man die Redaktionen, und darüber hinaus die Leser, für europäische Themen interessieren ?

Bürger sowie Redakteure verstehen, dass Europa eine wachsende Rolle im Alltagsleben spielt. In Deutschland gehen zwei Drittel der Bundestagsgesetze auf Vorschriften der Kommission oder auf Initiativen von Mitgliedstaaten zurück. Außerdem stellt man ein bedeutendes Interesse für Europa fest : Anfangs interessierte Europa nur das Politik-Ressort und die allgemeinen Zeitungen. Heutzutage ist es in allen Medien und Ressorts präsent.

Wie kann man die politischen Herausforderungen verständlich machen, die hinter der technischen Komplexität der diskutierten Themen steckt ?

Es stimmt, dass die Komplexität der europäischen Institutionen von den Bürgern schlecht verstanden wird. Aber Europa fehlt offensichtlich in der Erziehung und Bildung. Unter den 500 Millionen europäischen Bürgern ist die Mehrheit sich der europäischen Institutionen noch nie bewusst geworden. In Deutschland haben die Länder Entscheidungsbefugnis über die Bildung. Nun gibt es heutzutage keinen (regionalen) Studiengang, in dem Europa auf dem Lernplan steht. Diese Situation muss man schnell ändern, damit die nächste Bürgergeneration über Europa besser informiert wird !


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Auteurs

Antoine Bargas

Rédacteur en chef adjoint de la version francophone

Antoine est diplomé de Sciences Po Paris (Master Affaires Européennes) et de l’ Université Bocconi de Milan. Dans le cadre du programme Erasmus, Antoine a passé un an à étudier à l’ université d’ Uppsala, en Suède. Après plusieurs stages en France (Air (...)

traducteur

Camille PICARD (Übersetzerin)

Née à quelques kilomètres des frontières avec le Luxembourg et l’Allemagne, Camille s’est très tôt intéressée aux langues étrangères et à l’international en général. Témoin de cet engouement, une année passée en Allemagne à 16 ans et le choix d’un (...)

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Neues Jahr, neue Vorsätze. Was steht auf deiner Liste? Wie wäre es mit ein wenig Engagement für ein junges, europäisches Projekt: Die Euros sind stets auf der Suche nach motivierten jungen Leuten, für die ‘Europa’ nicht nur ein abstrakter Begriff ist.

… als Autor/in

„Brüssel hat entschieden“, „die EU konnte sich nicht einigen“, „EU-Beamte verschwenden Steuergelder“... Wenn’s dir bei diesen Schlagzeilen in den Fingern kribbelt, Europa mal so richtig hinterleuchten, die Vorurteile zu verstehen und mit kritischen Blick aufzuarbeiten - und zwar so, dass es auch deine Freunde verstehen... Dann bewirb dich als ehrenamtlicher Autor bei den Euros!

Was muss ein/e Autor/in der Euros mitbringen?

-  Interesse und Ideen zu europäischen Themen - ob politisch, wirtschaftlich, historisch oder kulturell - und den Anreiz, diese Themen für ein breites Publikum mit Feinsinn und Kreativität aufzuarbeiten
-  Einen sicheren und verständlichen Schreibstil
-  Einen europäischen Traum

Was bieten dir die Euros?

Wir sind die einzige Webseite im deutschen Netz, die die EU kritisch, aber mit einem dynamischen und pädagogischen Anspruch angeht. Es erwarten dich ein multikulturelles und kreatives Team mit jahrelanger journalistischer Erfahrung aus allen Ecken Europas, eine Plattform für deine Ideen mit einer europaweiten Leserschaft, ehrliches Feedback, sowie Kontakte und Recherchehilfen direkt aus Brüssel.

… als Multimedia-Redakteur/in

Nicht umsonst sind wir ein Online-Magazin : ‘Online’, das bedeutet neue Möglichkeiten und neue Potentiale. Du bist im Bereich Radio-Journalismus tätig? Du weißt, wie man europäische Themen mit diesem Medium an den Mann und die Frau bringt? Dann werde Multimedia-Redakteur/in bei den Euros. Unser Ziel ist es, regelmäßig interessante und kurzweilige Podcasts anzubieten, die speziell für die Euros produziert wurden. 2012 startet unsere Podcast-Projekt ‘Welcome to the jungle’ – Thema ist der Brüsseler Demokratie-Dschungel und (unsinnige) EU-Direktiven. Um das Projekt weiter auszubauen brauchen wir dich!

… als Blogger/in

Du bist dynamisch, schreibst gerne und hast deine eigene Meinung zu europäischen Ereignissen – und die teilst du lieber durch kleine, regelmäßige Beiträge mit als in langen Analysen? Dann ist ein Eurosblog vielleicht das richtige für dich. Wir suchen junge Menschen aus ganz Europa, die etwas zu sagen und Lust haben, unser Netzwerk zu erweitern.

Was muss ein/e Blogger/in mitbringen ?

-  Dynamismus: Die Welt der Blogs ist schnelllebiger als unser Magazin; Blogger/innen können besser auf aktuelle Ereignisse reagieren.
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-  Interesse an europäischen Ereignissen und an europäischer Politik.
-  Das gewisse Etwas: Wir suchen Blogger/innen, die wirklich Interessantes zu berichten haben. Ein Erasmus-Jahr in Spanien? Eine Anstellung in Brüssel? Eine Rundreise durch Europa? Als aktives Mitglied eines phänomenalen Projekts? Euch brauchen wir! Insbesondere Blogger/innen in europäischen Hauptstädten und den Regierungssitzen der EU (Brüssel, Straßburg, Luxemburg) sind willkommen.
-  Vor allem: Kreativität ! Europa ist dynamisch, Europa ist spannend. Und das gilt es, unseren Lesern zu zeigen.

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Sprachen sind deine Spezialität und du möchtest helfen, das babylonische Sprachgewirr zumindest ein wenig zu entzerren und unser Projekt voranzubringen? Dann werde Übersetzer/in bei den Euros! Mittlerweile gibt es fünf Sprachversionen, sodass du unter Italienisch, Französisch, Spanisch und Englisch wählen kannst. Jede Woche werden neue Artikel veröffentlicht – es gibt also (fast) immer was zu tun. Du kannst eigene Übersetzungsvorschläge machen, aber im Allgemeinen senden wir auch regelmäßig Vorschläge an alle Übersetzer/innen.

Professionnelle Übersetzer/innen sind ebenso willkommen wie Sprach-Fans, die eine der genannten Sprachen sehr gut beherrschen.

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